Medizin vor Ort

Sodbrennen kann zum echten Alltagskiller werden

Wenn Sodbrennen gelegentlich auftritt, ist das nicht schlimm. Es gibt Patienten, deren Sodbrennen nicht nachlassen will. In der Medizin-Kolumne schreibt Christoph Schildger über das Leiden.

Christoph Schildger, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus (EvK) schreibt in Teil eins der Medizin-Kolumne "Medizin vor Ort" über anhaltendes Sodbrennen, Diagnosen und Therapien.

Sodbrennen, also Symptome wie Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen, Druckgefühl im Oberbauch, häufig abends nach einem üppigen Abendessen oder einem Glas Rotwein kennt fast jeder.

Gelegentliches Sodbrennen ist also ein Symptom, das nicht immer einen Krankheitswert hat, sondern auch bei vielen gesunden Menschen auftritt.

Beschwerden können Lebensqualität einschränken

Werden die Beschwerden allerdings häufig und belastend und stören die Lebensqualität, sprechen die Mediziner von einer Refluxkrankheit. Die Beschwerden können für den Patienten äußerst unangenehm werden. Es können auch weitere Beschwerden wie Schluckstörungen, Heiserkeit, Husten und ähnliche Symptome hinzukommen.

Eine nicht behandelte Refluxkrankheit kann im schlechtesten Fall sogar das Auftreten von Speiseröhrenkrebs begünstigen. Beschwerden, die über gelegentliches Sodbrennen hinausgehen und über mehrere Wochen anhalten, sollen abgeklärt werden. Dazu dienen unter anderem zum Beispiel eine Magenspiegelung, Säure- und Druckmessungen in der Speiseröhre und Röntgenuntersuchung, um das Ausmaß der Beschwerden medizinisch einordnen und entsprechend behandeln zu können.

Was tun bei anhaltendem Sodbrennen?

In der Regel versucht man zunächst eine medikamentöse Therapie, die bei einer Vielzahl der Patienten ausreichend ist. Die am häufigsten dafür eingesetzten Medikamente sind sogenannte Protonenpumpeninhibitoren (PPI). Diese Medikamente blockieren die Bildung der Säure im Magen, sodass der Magensaft weniger aggressiv wird. Darunter kann dann die Speiseröhre ausheilen.

Bei vielen Patienten kann auch nach Absetzen der Magentabletten dann eine Beschwerdefreiheit erzielt werden. Änderungen der Lebensgewohnheit wie Gewichtsreduktion, sportliche Aktivität, Rauchverzicht und Stressreduktion können sich positiv auf den Reflux auswirken.

Ernährung spielt eine große Rolle

Auch die Ernährung hat Einfluss auf die Säureproduktion. So werden bei vielen Patienten die Beschwerden nach dem Genuss von Alkohol, fettreichen Speisen, Kaffee oder Obstsäften deutlich stärker.

Bei einem Teil der Patienten lassen sich auch nach Änderungen der Lebensgewohnheiten die Medikamente nicht ohne wiederkehrende Beschwerden absetzen. Hier ist entweder über eine dauerhafte medikamentöse Therapie nachzudenken, oder alternativ dazu zu überprüfen, ob eine sogenannte Antireflux-Operation für den Patienten zu empfehlen ist. Zumeist wird ein solcher chirurgischer Eingriff minimal-invasiv durchgeführt, also ohne großen Bauchschnitt.

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