Mordfall Schalla

Prozess um Mord an Nicole-Denise Schalla: Verteidiger fordern Freilassung des Angeklagten

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla vor 25 Jahren hat das Schwurgericht am Montag zwei DNA-Experten angehört. Danach beantragten die Verteidiger die Freilassung des Angeklagten.

Fast ein Vierteljahrhundert hatte die Polizei nach dem Mörder gesucht. Im Sommer 2018 schien der Fall dann endlich aufgeklärt. Die nachträgliche Untersuchung von Spur F14_P1 auf DNA führte die Ermittler zu dem Angeklagten Ralf H. aus Castrop-Rauxel.

Die Münchener Diplom-Biologin Katja Anslinger hatte F14_P1 untersucht. Bei der Spur handelte es sich um einen einzelnen Partikel, der in der rechten Leistengegend der Leiche von Nicole-Denise Schalla gesichert worden war. "Ich lehne mich nicht einmal so weit aus dem Fenster, zu sagen, dass es sich um eine Hautschuppe handelt", sagte Anslinger den Richtern. Das sei aber die wahrscheinlichste Variante.

Hautschuppe stammt vom Angeklagten

Diese eine Schuppe stammt vom Angeklagten. Da sind sich Anslinger und auch ihre Kollegen vom Landeskriminalamt in Düsseldorf einig. Fraglich ist nur, wie das winzig kleine Partikelchen an die Leiche des 16-jährigen Mädchens gekommen ist. Laut Anslinger ist keineswegs sicher, dass die Hauptschuppe bei direktem Körperkontakt übertragen worden sein muss.

Für die beiden Verteidiger Ralph Giebeler und Gencer Demir steht damit fest, dass die DNA-Spur tatsächlich gar nichts beweist. Weder die Täterschaft ihres Mandanten, noch die Tatsache, dass Ralf H. zur Tatzeit überhaupt Kontakt mit der Schülerin aus dem Jungferntal hatte. Über ihren Antrag, den Haftbefehl aufzuheben und den 53-Jährigen sofort auf freien Fuß zu lassen, wollen die Richter allerdings erst in den nächsten Tagen entscheiden.

Aussage des Rechtsmediziners

Begonnen hatte der erste Verhandlungstag im neuen Jahr mit einer schweren Prüfung für die Eltern der Ermordeten. Rechtsmediziner Ralf Zweihoff erläuterte den Prozessbeteiligten, wie Nicole-Denise Schalla am Abend des 14. Oktober 1993 zu Tode gekommen ist. Fünf bis acht Minuten habe der Todeskampf gedauert, so Zweihoff.

Die Schülerin sei zweifelsfrei erwürgt worden, und das mit großer Kraft. Bei der Obduktion der Leiche hatten die Rechtsmediziner damals ein gebrochenes Zungenbein festgestellt. "Dieser Knochen ist bei Jugendlichen üblicherweise noch sehr elastisch", so Zweihoff. Daher müsse der Täter kräftig zugedrückt haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
Vor zehn Jahren hatte E.ON in Datteln noch Grund zum Feiern - es folgte Katerstimmung  
Vor zehn Jahren hatte E.ON in Datteln noch Grund zum Feiern - es folgte Katerstimmung  
Bald nur noch Tempo 30 auf dem Wallring in Recklinghausen? 
Bald nur noch Tempo 30 auf dem Wallring in Recklinghausen? 

Kommentare