Müll und Wasser

Gebührenerhöhungen sind beschlossene Sache

Castrop-Rauxel - Die Diskussion über höhere Gebühren für Müll und Wasser in Castrop-Rauxel wogte im EUV-Verwaltungsrat hin und her. Das galt auch für die Auseinandersetzung um das Sitzungsgeld der Verwaltungsratsmitglieder, das der Verwaltungsrat schließlich gegen die Stimmen von CDU, FWI und den Linken beschloss.

Die Gebührenerhöhungen beim Müll und beim Wasser kommen. Das hat der EUV-Verwaltungsrat Mittwochabend nach teils heftigen Diskussionen entschieden. Auch die höheren Sitzungsgelder sind beschlossen - trotz der erbitterten Gegenwehr von CDU und Linken. Linken-Fraktionschef Ingo Boxhammer konnte sich mit seiner Forderung nach einem gänzlichen Verzicht auf Sitzungsgeld nicht durchsetzen. Linke, CDU und FWI stimmten gegen die Erhöhung.

Einstellen müssen sich die Bürger auch darauf, dass die Benutzergebühren auf dem Recyclinghof im Jahr 2018 steigen. "Nach fast zehn Jahren erhöhen wir dort das erste Mal wieder", sagte EUV-Stadtbetriebschef Michael Werner. Damit würde den Vorgaben des Kreises für die Entsorgungskosten entsprochen. Ein paar Beispiele: Die Kofferraum-Ladung kostet laut Werner 5 statt 4 Euro, Altholz 34 Euro statt bislang 30 Euro, Boden und Steine ebenso wie gemischter Bauschutt werden um 5 Euro pro Gewichtstonne teurer.

Protest gegen Gebührenerhöhung

Manfred Postel, Fraktionschef der FWI, wetterte einmal mehr gegen die Gebühren. "Wir hätten sie beim Abfall eigentlich senken müssen", schimpfte er. Fünf Städte im Kreis hätten die Müllgebühren reduziert, "bei uns war das noch nie der Fall", sagte Postel. Dabei habe der Kreis seine Rechnung doch reduziert.

Die Personalkostensteigerung berechne der EUV mit drei Prozent, die Stadt selber mit nur einem Prozent. "Das eine Prozent ist Vorgabe des Landes", entgegnete Bürgermeister Rajko Kravanja und fügte hinzu: "Wir machen hier keine Abzocke." Verdi hat schon vor Wochen bekanntlich über sechs Prozent höhere Gehälter gefordert. Auch die CDU bekräftigte ihr Nein zur Gebührenerhöhung. "In der Privatwirtschaft sähe das anders aus", erklärte Wolfgang Helsper. SPD-Mann Bernd Goerke: "Wir sollten hier keine Berg- und Talfahrt veranstalten, sondern im Sinne einer konstanten Planung verfahren. Wir halten die Erhöhung für moderat."

Müll wird 2 Prozent teurer

Müll soll um 2 Prozent, Wasser um 3,8 Prozent teurer werden - entspricht bei einer Durchschnittsfamilie 4,80 Euro mehr beim Müll und 14,40 Euro beim Wasser. "Ich gebe zu bedenken, dass wir über die Gebühren auch all den widerrechtlich entsorgten Abfall finanzieren", sagte Werner.

Einen interessanten neuen Ansatz gibt es beim Wasser. Alle Abwassereinleiter, die über 30.000 Kubikmeter ins Kanalnetz speisen, werden nicht über den EUV veranlagt, sondern über die Emschergenossenschaft. "Auch die Krankenhäuser sind nicht mehr bei uns", sagte Werner. Über Hintergründe und mögliche finanzielle Einbußen beim strittigen Thema der Gebührengerechtigkeit soll es einen ausführlichen Bericht in der nächsten Sitzung geben. Werner lapidar: "Wenn am Ende des Tages nur noch ein Wasserverbraucher übrig ist, zahlt der alles."

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