Nahverkehr

Der Busbahnhof am Münsterplatz wird digital

Ratloses Warten war gestern. Die neuen digitalen Anzeigen zeigen in Echtzeit, wann der nächste Bus kommt und liefern wichtige Informationen - auch für Sehbehinderte.

Was lange währt, wird endlich gut. Was im Volksmund manchmal wie eine abgedroschene Phrase daherkommt, ist in Castrop-Rauxel eine Hoffnung im Nahverkehr. Denn nach über zehn Jahren Planungszeit wurden nun fünf Digitalanzeigen am Busbahnhof am Münsterplatz eröffnet. "Es ist vielleicht kein Meilenstein der Geschichte, aber ein Meilenstein für Castrop-Rauxel und ein Zeichen, dass wir auch digital werden", sagte Bürgermeister Rajko Kravanja.

Vier sogenannte Dynamische Fahrgastinformationssysteme und eine zentrale Übersichtstafel zeigen in Echtzeit an, wann der nächste Bus kommt. "Wir wollten schon viel früher hiermit an den Start gehen, freuen uns jetzt aber umso mehr", sagt Holger Becker, Prokurist der Vestischen Straßenbahnen GmbH. "Jetzt", ergänzt er, "ist schon aus der Entfernung zu sehen, ob man zum Bus laufen muss oder nicht".

Barrierefrei und behindertengerecht

Das System ist barrierefrei und behindertengerecht. Über einen Taster können sich Sehbehinderte und Blinde die Abfahrtszeiten vorlesen lassen. Der Ausbau in Castrop-Rauxel ist Teil eines zentralen Plans, der insgesamt sieben Städte und elf zentrale Omnibushaltestellen beinhaltet. Hierfür wurden insgesamt 600.000 Euro investiert, 100.000 Euro für Castrop-Rauxel. 90 Prozent der Gelder wurden durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr finanziert.

Die große Verzögerung hatte viele Gründe. Die passende Baufirma fehlte, die Stromversorgung machte Probleme oder auch der Breitbandausbau. Nun seien aber die Erfahrungen damit gemacht, sagt Becker. Auch deswegen hofft er, dass es in Zukunft schneller geht. Denn solche Anlagen wie am Busbahnhof, sollen bei einer zweiten Ausbaustufe am besten schon im nächsten Jahr auch an Hauptbahnhof und Europaplatz entstehen.

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