Neubau von Bethel

An der Waldenburger Straße entstehen 24 Wohnplätze für Suchterkrankte

Ab 2019 gibt es in der Stadt ein neues stationäres Angebot für Menschen mit Suchterkrankungen - ganz bewusst genau da, wo viel Leben ist.

Das Haus ist noch im Rohbau: An der Waldenburger Straße in Ickern nimmt das neue stationäre Wohnangebot für Menschen mit chronischen Suchterkrankungen immer weiter Formen an. Die Stiftung Bethel errichtet es auf dem Gelände der früheren Barbara-Turnhalle.

Als letzten Baustein eines Netzes bezeichnet Bethel-Regionalleiter Michael Fallenstein das Gebäude - oder besser die Einrichtung, die darin Platz finden wird. Sie soll das Angebot der Stiftung in Castrop-Rauxel, das den Heimathof an der Friedhofstraße, das Haus Lange Straße sowie ein ambulant betreutes Wohnen umfasst, abrunden. Die Stiftung Bethel übernimmt vermehrt die Rolle eines Kümmerers vor Ort.

Dezentrale Lage ist wichtig

Laut Michael Fallenstein sei dabei vor allem die dezentrale Lage des Angebots mitten in einem Wohnviertel wichtig. Er betont: "Früher wurden die Menschen in den Wald oder in eine entfernte Anstalt exportiert. Sie gehören aber dort hin, wo ihr Leben ist."

Bei der Grundsteinlegung vor einigen Wochen an der Eingangstreppe kamen auch Nachbarn aus Ickern dazu. Michael Fallenstein erinnert sich auch an deren Bedenken: "Als Anwohner hat man natürlich Bilder etwa von Spritzen im Gebüsch im Kopf. Die haben allerdings mit der Realität nichts zu tun", sagt der Regionalleiter. Darüber konnte er auch eine Gruppe von Nachwuchsfußballern des benachbarten Vereins SC Arminia Ickern aufklären.

Konkret entsteht an der Waldenburger Straße auf einer Fläche von rund 1200 Quadratmetern ein Wohnangebot für 24 Personen. Die Bewohner werden von einer Tagesschicht betreut, und auch eine Nachtwache werde anwesend sein, erklärt Bereichsleiterin Monja Emmel. "Es ist keine therapeutische Einrichtung", betont sie, "es wird mit den Menschen gearbeitet, um ihnen eine Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen." Ziel ist, dass sie wieder ein selbstständiges Leben führen können. Dazu haben die Bethel-Verantwortlichen unter anderem Kontakt zum Verein "Mein Ickern" aufgenommen. Sie wollen künftig bei dessen Aktivitäten mitwirken.

Leben in eigener WohnungUnd wie werden sie dort leben? Jeder Bewohner wohnt in einer abgeschlossenen Wohnung mit einer Küchenzeile, um sich selbst zu versorgen - oder es hier zu lernen. Zu den Wohneinheiten kommen Gemeinschaftsräume. Zudem gibt es einen Anbau mit Werkstatt-Charakter. Dort soll es Tagesangebote für die Bewohner der Waldenburger und der Einrichtung an der Langen Straßen geben.

Im Juni wurde mit dem Bau des neuen Gebäudes begonnen. Im Herbst 2019 soll es fertiggestellt sein. Die Baukosten von etwa 2,7 Millionen Euro werden durch die Stiftung Bethel, das Land, die Stiftung Wohlfahrtspflege, die Aktion Mensch sowie durch weitere Spendengelder finanziert.

Michael Fallenstein kündigte den Nachbarn schon bei der Grundsteinlegung ein Einweihungsfest an. Es soll stattfinden, bevor die Bewohner einziehen. Er betont: "Es ist wichtig, dass es das vor dem Einzug gibt. Denn ich laufe zur Einweihung ja auch nicht durch Ihr Wohnzimmer." Im kommenden Jahr wird Fallenstein zwar bereits im Ruhestand sein. Er versprach aber jetzt: "Zu dem Fest komme ich dennoch auf jeden Fall."

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