Politiker

Ingo Boxhammer im Alter von 75 Jahren gestorben

Ingo Boxhammer ist tot. Der Ratsherr und Fraktionsvorsitzende der Partei "Die Linke" starb im Alter von 75 Jahren.

Boxhammer starb drei Tage vor Weihnachten 2018 über Nacht unerwartet und hinterlässt eine Frau, eine Tochter und zwei Enkelkinder. Der Vollblut-Sozialist machte für die Partei Die Linke in Castrop-Rauxel als Lautsprecher in vielen politischen Belangen immer wieder auf seine Position, die seiner Partei, also die linke Position aufmerksam. Er beflügelte zum Beispiel das Wort "Strangulierungspakt", das für ihn jahrelang als Synonym für den Stärkungspakt Stadtfinanzen galt, und wies immer wieder auf die wachsende Kinderarmut und die auseinander gehende Schere zwischen der armen und reichen Bevölkerung, auch in Castrop-Rauxel, hin.

Aufgewachsen in Hörde, Mitstreiter der 68er-Bewegung

Boxhammer, geboren in den letzten Kriegsjahren, wuchs in einem bürgerlichen Elternhaus im Dortmunder Stadtteil Hörde auf. Er studierte, bezeichnete sich selbst als Alt-68er und Anhänger der Reformbewegung, war zunächst Mitglied der DKP (bis 1978) und trat 2004 der PDS bei, die wenig später in der Nachfolgepartei "Die Linke" aufging. Er war deren Kreisvorsitzender und arbeitete jahrelang im Kreisvorstand mit. Im Jahr 2009 zog er sowohl in den Stadtrat als auch in den Kreistag ein und wurde in beiden Parlamenten Fraktionsvorsitzender.

Erst in diesem Jahr gründete der 75-Jährige zusammen mit Sabine Seibel (DGB) und anderen Interessierten das "Aktionsbündnis für den Frieden" und beteiligte sich an den Veranstaltungen zum "Bündnis für Demokratie", das im Herbst auf die Reise ging. Sein Markenzeichen war neben der tiefen, rauchigen Stimme der rote Schal - bei ihm weit mehr als ein modisches Accessoire.

Der zweite große politische Verlust des Jahres

Nach dem Tod von FWI-Fraktionschef Manfred Postel ist das der zweite große Verlust in der Kommunalpolitik der Stadt Castrop-Rauxel. Beide waren, jeweils auf ihre ganz eigene Art, stets elementare Bestandteile der Rats- und Ausschussdebatten und betrieben harte, aber faire Oppositionsarbeit, stets in der ersten Reihe.

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