Post-Schließfächer jetzt bei Edeka

Der neue Standort sorgt für viel Aufwand beim Frauenhaus

Castrop - 400 knallgelbe neue Schließfächer stehen im Lottoladen bei Edeka Gronemann und nicht mehr im ehemaligen Postgebäude. Eine falsche Adresse sorgt darum für viel Aufwand beim Frauenhaus.

Vor gut anderthalb Jahren schien es, als könnte aus der schäbigen Ecke an Post und Bunker zwischen Münsterplatz und Lönsstraße doch endlich was Großes werden. Die Politik hatte seinerzeit extra den Bebauungsplan modifiziert, damit dort auch eine andere gewerbliche Nutzung möglich ist. Ein dicker Fisch könnte an der Angel hängen, hieß es seinerzeit.

Von Drogerie und einem Elektrofachmarkt war die Rede, auch von edlen Uhren und Co. Dass mal auf einem Werbebanner auf dem Gebäude eine Rufnummer eines großen Immobilienunternehmens auftauchte, befeuerte die Gerüchte. Zumal auch die Post seinerzeit im Gegensatz zur Postbank Rückzugspläne nicht verneinte. Bis dato übrig geblieben ist davon lediglich der Umzug der Schließfächer. 400 funkelnagelneue Schließfächer stehen jetzt beim Lottoladen im Edeka Gronemann an der Dortmunder Straße 32.

Falsche Adresse genannt

"Wir haben alle Postfachinhaber angeschrieben und über den Umzug informiert", sagt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Post auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei ist mindestens ein Lapsus passiert. Die Adresse, die dem Frauenhaus genannt wurde, sei die eines privaten Wohngebäudes und damit falsch gewesen, bestätigt Frauenhaus-Chefin Katrin Lasser-Moryson. Sie sagt: "Das war richtig ärgerlich für uns und mit viel Rennerei verbunden, bis wir die neue Adresse hatten", sagt sie.

Denn die Nachfragen bei der Postbank im Raum gegenüber den Schließfächern und in der ersten Etage beim Zustelldienst verliefen im Sand. "Keiner fühlte sich zuständig", sagt Katrin Lasser-Moryson. Und dabei kosteten die Schließfächer ja auch mittlerweile Geld. "Das tut uns leid, dann muss bei der Adresse ein bedauerlicher Fehler passiert sein", sagt Ernzer. Er bekräftigt noch einmal, was bei vielen Castrop-Rauxelern auch zehn Jahre nach dem Verkauf des Gebäudes am Münsterplatz noch nicht angekommen zu sein scheint.

Postbank ist nur Kooperationspartner

Die Postbank hat mit der Post nur soviel zu tun, dass sie ein Kooperationspartner ist wie alle anderen auch, also z.B. die Lottogeschäfte bei Edeka Gronemann und Richter auf Schwerin, die Briefmarken verkaufen und Pakete entgegennehmen. "Die Postbank ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bank, sagt Ernzer.

Die Post selbst betreibe nicht eine einzige eigene Filiale mehr. Was für die Kunden wegen der deutlich ausgeweiteten Öffnungszeiten im Vergleich zu früher ein deutlicher Pluspunkt sei. Die Schließfächer zu bestücken und zu betreiben, gehöre nicht zu den Kernkompetenzen der Post, sagt Ernzer. Deshalb der Umzug vom Münsterplatz zur Dortmunder Straße 32, wo der Kooperationspartner diese Aufgabe übernommen habe.

Am Eingang vom großen Parkplatz aus von Gronemann steht mittlerweile auch ein Briefkasten. Was hat es da in der Vergangenheit in der Standortfrage schon für Probleme gegeben, die auf Schwerin in ärgerlichen Briefwechseln endeten. Jetzt schien das Aufstellen nur ein Klacks. Eine Anfrage an die Stadt zum Stand der Dinge blieb Dienstag unbeanwortet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Mehrere Autos stoßen in Marl zusammen – vier Verletzte
Mehrere Autos stoßen in Marl zusammen – vier Verletzte
Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Raubserie versetzte Oer-Erkenschwick in Angst - Täter stehen vor Gericht
Raubserie versetzte Oer-Erkenschwick in Angst - Täter stehen vor Gericht
Hebewerkbrücke: WSA begründet jetzt, warum es den Vertrag mit der Baufirma nicht kündigt
Hebewerkbrücke: WSA begründet jetzt, warum es den Vertrag mit der Baufirma nicht kündigt
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund

Kommentare