Prozess am Amtsgericht Castrop-Rauxel

Trio stiehlt 37,5 Tonnen Schrott, um sie zu verkaufen

Castrop-Rauxel - Schrottdiebstahl XXL hieß es am Dienstag am Amtsgericht. Auf der Anklagebank musste sich ein 32-Jähriger verantworten, der zusammen mit zwei anderen 37,5 Tonnen Schrott gestohlen haben soll. Doch der 32-Jährige scheint nur ein kleiner Fisch gewesen zu sein. Der mutmaßliche Drahtzieher ist flüchtig.

Das war ein Schrottdiebstahl XXL. Insgesamt 37,5 Tonnen Metall wurden im Januar 2017 vom ehemaligen Grüter-Gelände in Rauxel gestohlen - mithilfe eines gemieteten Lkw mit Kran. Am Dienstag saß einer des ursprünglich angeklagten Trios auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Ein 32-Jähriger, der, wie sich herausstellte, allenfalls ungewollt eine Nebenrolle gespielt hat. Sein Vater, ebenfalls angeklagt, ist inzwischen verstorben, der Dritte ist flüchtig, wird per Haftbefehl gesucht.

Um Hilfe gebeten

Der Vater hatte den Sohn an einem Januarsamstag um Hilfe gebeten, weil der Lkw nicht mehr fuhr. Er Holte in mit einem Pkw in Herne ab und fuhr auf das Grüter-Gelände. Da stand der weiße Kranwagen, der Filius fand das Problem am Nebengetriebe, konnte starten und fuhr den Lkw auf Geheiß über die B235 fort. Beifahrer war der derzeit flüchtige Angeklagte, im Pkw dahinter der Vater. In Höhe der Marsstraße wurde das Gefährt von der Polizei gestoppt.

Eine Spaziergängerin, die sich gewundert hatte, dass am Samstag auf dem per Rolltor verschlossenen Gelände gearbeitet wurde, hatte die Polizei informiert. "Die Papiere waren in Ordnung, aber wegen der Überladung haben wir den Kranwagen wieder zurück eskortiert und zum Abladen der Metallträger veranlasst", sagte einer der am Einsatz beteiligten Polizisten aus. Er berichtete auch, dass die Kennzeichen des Lkw absichtlich mit Öl und Dreck unkenntlich gemacht worden waren. Die Männer hätten auch gewusst, wie das Elektro-Rolltor per Vierkantschlüssel manuell zu öffnen gewesen sei.

Rädelsführer ist noch auf der Flucht

Die zuvor entwendeten vier Schrottteile, die in Wirklichkeit Zubehör und Teile einer riesigen Schrottpresse waren, die der Bochumer Pächter des Geländes an der Klöcknerstraße zwischengelagert hatte, waren zuvor zu einem Schrotthändler gebracht worden. Der kaufte die 25,5 Tonnen für knapp 16.000 Euro, ein Bruchteil des Schadens, der dem Besitzer entstanden ist.

Rädelsführer ist, wie die Vernehmungen zeigten, wohl der gesuchte Dritte - ein Geschäftspartner des verstorbenen Schrotthändlers, der auch diesen getäuscht hatte. Mehr noch, kurz nach diesem Vorfall hatte er mit falschen Verkaufspapieren versucht, dessen Hebebühne abzubauen, um auch die als Schrott zu verkaufen.

300 Euro an das Kinderhospiz

"Der Flüchtige kann schon nächste Woche, aber vielleicht auch erst in zwei Jahren gefasst werden", sagte der Richter. Solange wollte der 32-Jährige nicht warten, um einen möglichen Freispruch zu erzielen. Er akzeptierte eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 300 Euro an das Kinderhospiz in Datteln.

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