Raubtier

Ein Luchs beschäftigt die Polizei: Phantom oder Realität?

Ein Luchs streift durch das Ruhrgebiet, so meldet die Polizei Bochum. Ende April soll er dabei auch einmal in Castrop-Rauxel gesichtet worden sein. Was steckt hinter der Raubtier-Geschichte?

Bereits seit Wochen läuft bei der Polizei in Bochum eine besondere "Fahndung", jetzt ist der extrem scheue Gesuchte wieder gesichtet worden: Ein Luchs ist demnach vermutlich aus einem Wildpark in Haltern ausgebrochen.

Das Tier sei zuletzt Mittwochabend auf einem Feld in Bochum gesichtet worden. Ende April hatten Spaziergänger die Polizei in Castrop-Rauxel verständigt, weil sie einen Luchs gesehen haben wollen. "Wenn die Kollegen dann ausrücken, ist das Tier aber immer schon weg", sagte Polizeisprecher Volker Schütte. Erstmals hatte das Tier Schlagzeilen gemacht, als es in Herne von einem Autofahrer fotografiert wurde.

Am 10. März wurde das Tier erstmals gesichtet

Laut Polizei bemerkten Zeugen in den späten Abendstunden des 10. März an der Sodinger Straße in Herne einen Luchs und fotografierten ihn. Auch am 11. und 12. März wurde das Tier gesichtet - an der "Holper Heide" sowie an der Dorastraße.

Mehrere Wochen wurde die scheue Raubkatze, die mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dann nicht mehr in der Öffentlichkeit gesichtet.

Ende April erreichte die Bochumer Polizei eine Info, dass der Luchs in Castrop-Rauxel gesehen worden ist - in der Nähe vom Schloss Bladenhorst.

Und jetzt meldete sich ein Anrufer im Bochumer Polizeipräsidium und berichtete, dass das Tier abends über ein Feld an der Limbeckstraße in Bochum-Werne gelaufen sei.

Tierart galt in NRW lange als ausgerottet

Die nachtaktiven Tiere galten in NRW lange als ausgerottet und sind weiterhin in den tiefen Wäldern von Sauerland, Eifel oder Teutoburger Wald selten. Darum geht die Polizei bei den Luchssichtungen auch davon aus, dass es sich um ein zweijähriges Männchen handelt, das kurz vor Weihnachten aus einem Gehege im Naturwildpark Granat bei Haltern ausbüxte.

Sein mutmaßlicher Besitzer wird daher auch bei jedem neuen Hinweis verständigt. Ziel sei es eigentlich, ihn mit Ködern in eine Lebendfalle zu locken, erklärte Wildpark-Betreiber Holger Beckmann. "Doch er taucht mal hier, mal dort auf. Solange er immer sein Revier wechselt, ist das wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen", sagte Beckmann.

Der zeigt sich zudem überrascht, dass das Tier ausgerechnet durch die dicht besiedelte Landschaft des Ruhrgebiets streifen soll: "Wenn das wirklich unser Luchs ist, ist es erstaunlich, dass er es so weit geschafft hat - über so viele Straßen und zwei Kanäle."

Update: Luchs wurde wieder eingfangen

Der Luchs wurde am vergangenen Samstagabend (11. Mai) wieder eingefangen. Alle Infos dazu finden sie hier:

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