Sammeltaxi

80-Jährige wartet vergeblich an der Haltestelle

Ickern. - Die Ickernerin Wilma Noth rief für einen Arztbesuch ein Anruf-SammelTaxi. Das ließ sie aber an der Haltestelle stehen. Ein Ärgernis für Wilma Noth - auch finanziell.

Wilma Noth wohnt in Ickern. Ende Januar musste sie zu einem Arzt-Termin nach Waltrop und hatte sich, bereits am Abend zuvor, für 8.20 Uhr ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) zur Haltestelle Ickern-Nord bestellt. Diese Bestellung wurde ihr am Telefon bestätigt. 30 Minuten habe sie am folgenden Morgen an der Haltestelle gewartet, und, als das Taxi nicht kam, auf ein privates Taxiunternehmen ausweichen müssen. So zahlte sie statt des AST-Tarifs von 2,30 Euro pro Fahrt 12,50 Euro für jede Strecke.

Gerade noch pünktlich

Nicht nur finanziell ärgerlich für Wilma Noth: "Wenn ich mein Handy nicht dabei gehabt hätte, wäre ich aufgeschmissen gewesen. Den Arzttermin hätte ich dann vergessen können." Sie habe es so gerade noch pünktlich geschafft, hätte sonst den Termin verschieben und mit langen Wartezeiten rechnen müssen.

Betrieben wird die Linie AST 89, die von Ickern nach Waltrop führt, seit 1997 von der Vestischen Straßenbahn GmbH. Auf Anfrage nahm deren Pressesprecher, Norbert Konegen, nun Stellung zum Vorfall: "Es stimmt, in letzter Zeit gibt es häufiger Probleme mit der Bereitstellung seitens der Taxi-Unternehmen." Da die Vestische selbst keine Taxis in ihrem Fuhrpark besitzt, werden die Services Taxi-Bus und AST an andere Unternehmen ausgelagert. Diese stellen die Taxis bereit und führen die Fahrten durch. Der Vertrag zwischen der Vestischen und dem verantwortlichen Taxi-Unternehmen für die Linie AST 89 laufe Ende dieses Monats aus, so Konegen.

Noch kein NachfolgeunternehmenAb nächsten Monat laufe der Service dann hoffentlich wieder besser. Genaue Angaben dazu, wie es im kommenden Monat weitergeht mit dem Taxi-Service der Vestischen, konnte Konegen aber nicht machen. Ein Nachfolgeunternehmen sei bisher noch nicht bestimmt. Der Vorfall mit Wilma Noth tue ihm Leid, denn Fahrgäste der Vestischen hätten einen Beförderungsanspruch.

Sollte ein Taxi mal nicht kommen, rät er betroffenen Fahrgästen sich telefonisch mit der Taxi-Zentrale der Vestischen in Verbindung zu setzen, dann würde die Fahrt definitiv ermöglicht. "Notfalls erstatten wir die Kosten für ein anderes Taxiunternehmen, auf das der Fahrgast notfalls zurückgreifen muss", erklärt Konegen.

4783 Fahrgäste befördert

Bisher habe der Service laut Pressesprecher der Vestischen, Norbert Konegen, "hervorragend funktioniert". Im Jahr 2017 wurden hier immerhin 4783 Fahrgäste befördert. Gerade in den ländlichen Regionen sei dieser Service extrem wichtig, weil sich der Einsatz von regulären Linien dort einfach nicht lohne.

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