Schon 14 Monate Bauzeit

Warum die Sanierung der Marktschule so lange dauert

ICKERN - Im April war von letzten Arbeiten an der Fassade der Marktschule in Ickern die Rede - nun ist Januar, und das Baugerüst steht immer noch da. Seit inzwischen 14 Monaten. Die Stadt nennt zwei Gründe dafür.

Wer die Fassade der Marktschule vor etwa einem Jahr vom Marktplatz aus betrachtete und wer das heute tut, der muss sich wundern: Da steht seit einer gefühlten Ewigkeit ein Baugerüst. Anfangs, seit November 2016, war es noch in eine riesige weiße Hülle verpackt, seit etwa einem Dreivierteljahr ist noch das Gerippe da. Dabei sollte doch die aufwändige Sanierung längst abgeschlossen sein - schon im April schrieben wir, die Arbeiten seien auf der Zielgeraden. Wie kann es sein, dass es nun schon mehr als 14 Monate dauert?

Baufirma musste Insolvenz anmelden

Wir hakten am Freitag bei der Stadtverwaltung nach, der die Schulen gehören. Und fanden heraus: Die Arbeiten an der Marktschule sollten nach einem Dreivierteljahr eigentlich abgeschlossen sein, sind in der Tat immer noch nicht beendet - und zwar aus zwei Gründen: "Zum einen", antwortet Nicole Fulgenzi aus der Pressestelle im Rathaus, "hat sich während der Arbeiten an der Fassade herausgestellt, dass die Kaminköpfe ebenfalls aufgearbeitet werden müssen. Zum anderen ist die Firma, die die Fassadenarbeiten zu einem guten Teil bereits durchgeführt hat, in die Insolvenz gegangen."

Den Vertrag muss die Stadt nun auflösen und sich nach einem "neuen qualifizierten Partner" suchen. Die Arbeiten an den Schornsteinen seien dagegen wohl in ein paar Wochen abgeschlossen, so Fulgenzi. Auf einer Seite könne dann auch das Gerüst abgebaut werden. Der Abschluss der Restarbeiten an den Fugen aber wird sich wohl noch durch das Frühjahr ziehen, so die Stadt. Das einseitige Gerüst sei so lange noch notwendig - möglicherweise in etwas niedrigerer Ausführung.

Zu den geplanten 180.000 Euro für die Sanierung der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes kommen 20.000 Euro für die Schornsteine.

Eine schwierige Zeit liegt hinter der SchulgemeindeNeben den zusätzlichen Kosten und dem verlängerten Bauzeitraum hatte die Schule in den vergangenen Monaten außergewöhnliche Belastungen zu ertragen: Die Bauarbeiten mit Sandstrahlgeräten lösten im April Sorge bei einigen Eltern aus, die allerdings weitgehend zerstreut werden konnten. Zuvor hatten sich Jugendliche einen teuren Streich erlaubt und die Schule im März unter Wasser gesetzt. Dadurch musste auch innen schwer saniert werden. Teile des Schulgeschehens musste in Container verlagert werden, die auf dem Schulhof aufgestellt wurden.

Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi sagt: "Die Schule, Eltern, Kinder und Lehrkräfte hatten während der intensivsten Phase der Sanierung viel Verständnis aufzubringen." Auch wenn sich die Stadtverwaltung bemüht habe, die Beeinträchtigungen zu mildern, sei der Lärm und die zeitweise Verdunklung durch die Planen eine Belastung für den Schulbetrieb. Auch mit Blick auf die Folgen des Vandalismus im Frühjahr ergänzt Fulgenzi: "Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung und den Eltern."

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