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Schulentwicklung

Gesamtschule für die Aapwiesen ist für die großen Fraktionen nur noch eine Frage der Zeit

Selten hat man SPD und CDU in Castrop-Rauxel so einmütig gesehen. Die Ergebnisse der Elternbefragung zur Schulsituation: "eindeutig". Man zieht ähnliche Schlüsse und schaut auf den 24. Juni.

"1008 Eltern haben einen Fragebogen ausgefüllt. Diese Quote von 82 Prozent erlaubt uns für die weitere Entscheidungsfindung eine gesicherte Grundlage zur Einschätzung des Elternwillens in Castrop-Rauxel", sagt Katrin Lasser-Moryson (SPD), Vorsitzende des Betriebsausschusses 2. "Unser Dank gilt neben den Eltern auch den Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen, ohne deren Bereitschaft zur Mitwirkung dieser tolle Rücklauf nicht möglich gewesen wäre."

Für die SPD-Ratsfraktion sei das zentrale Ergebnis, dass es einen gesicherten Bedarf für ein zusätzliches Gesamtschulangebot am Standort Waldenburger Straße gebe. 152 Eltern von Zweit- und Drittklässlern hatten angegeben, dass sie ihr Kind dort anmelden würden. 92 allein aus den dritten Jahrgängen, wobei einige noch unentschlossen sind: Das würde bedeuten, dass im übernächsten Schuljahr schon drei Eingangsklassen locker möglich wären.

"Notwendigkeit, dem Elternwunsch nachzukommen"

Daniel Molloisch, Fraktions-Chef der SPD, erkennt darin eine "Notwendigkeit, dem Elternwunsch nachzukommen". Man müsse umgehend finanzielle Mittel zur Ertüchtigung des Standortes in den Aapwiesen einplanen, so Lasser-Moryson. "Hier gilt es möglichst keine Zeit zu verlieren", findet die SPD-Ratsfrau.

Pikant daran: Erst vor wenigen Jahren ist die Entscheidung gefallen, an diesem Standort die Janusz-Korczak-Gesamtschule zu schließen. Sie lief in den vergangenen Jahren aus, das Schulgebäude steht seither in Teilen leer oder wird anderweitig genutzt. Seither gehen viele Ickerner Kinder zur Gesamtschule in Waltrop.

Die CDU ist einer Meinung mit der SPD: "Die Zahl spricht eindeutig für die Gründung zunächst eines Teilstandortes an der Waldenburger Straße", so die schulpolitische Sprecherin Marlies Graeber. "Da sich 18 Prozent der Eltern nicht geäußert haben und von diesen 82 Prozent noch eine ganze Reihe unentschieden waren, welche Schulform sie wählen wollen, könnte sich die Zahl der angemeldeten Kinder sogar noch erhöhen."

CDU sieht diese drei Gesamtschul-Optionen

Für den Gesamtschul-Neustart in den Aapwiesen gibt es laut CDU drei Optionen: Als Dependance der Willy-Brandt-Gesamtschule, als Dependance der Gesamtschule Waltrop oder als eigenständige Schule. Eine Vorentscheidung darüber falle am 24. Juni in einem Gespräch mit der Bezirksregierung Münster. Marlies Graeber meint: "Für uns ist bei zu geringer Schülerzahl für eine eigenständige Gesamtschule eine Konsenslösung mit Waltrop ein entscheidendes Kriterium."

Die CDU sei gegen Kirchturmdenken und würde es nicht befürworten, "wenn in Waltrop eine Gesamtschule wegen einer Neugründung in Ickern schließen müsste". Graeber spricht sich darum im Namen der Fraktion zunächst für eine Dependance-Lösung aus: "Diese Entwicklung in der Schullandschaft muss eine sein, die unbedingt gelingt."

Kriterien für einen gelungenen Neustart

Als unabdingbare Voraussetzungen für einen gelungenen Neustart der neuen Gesamtschule in den Aapwiesen nennt Marlies Graeber (CDU) drei Kriterien:

1. Ein unverwechselbares Schulprofil mit pädagogischen Schwerpunktfächern wie beispielsweise Musik, Kunst oder Sport - eine Ausrichtung, die wir so in Castrop-Rauxel noch nicht haben.

2. Eine Optimierung des Öffentlichen Nahverkehrs zur besseren Erreichbarkeit sowie

3. eine rasche Ertüchtigung des in die Jahre gekommenen Gebäudes. "Deshalb brauchen wir noch vor der Sommerpause eine Entscheidung, damit das Gebäudemanagement sofort loslegen kann", findet Graeber. Für den Start wird schon der August 2021 angepeilt.

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