Streit um Golfplatz beigelegt

Grümer und Golfclub unterschreiben neuen Pachtvertrag

Frohlinde - Es bleibt bei 27 Löchern auf dem Golfplatz in Frohlinde: Der Golfclub und die Land-Verpächterin Elisabeth Grümer haben sich auf einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag über ihre Ländereien für den Golfplatz geeinigt. Der Weg dahin war selten geradeaus - und auch auf der Zielgeraden gab es noch so manche Wendung.

Am Ende und unterm Strich aber steht erst einmal dieses Ergebnis:

Der schwierige Weg zur Einigung

Bis es zu diesem Ergebnis kam, war es aber ein langer Weg, der selten geradeaus ging. Gespräche zwischen Arnt Vesper und Elisabeth Grümer sowie dem Golfclub-Vorstand gibt es seit mehreren Monaten. Mindestens einmal saß auch Bürgermeister Rajko Kravanja als neutrale Instanz mit am Tisch. Zunächst ließ sich Grümer durch Dr. Mathias Delvo rechtlich vertreten. Inzwischen hat eine Wuppertaler Kanzlei, die auch für Arnt Vesper mit seinen Golfplätzen arbeitet, das Mandat übernommen.

Allein die Ereignisse der Karwoche sprechen Bände: Am Montagmorgen hieß es aus dem Golfclub-Vorstand, eine Einigung stehe womöglich bald bevor. Praktisch zeitgleich lud Grümer zum Pressegespräch in ihr Büro in Frohlinde ein: Es gehe um die Unterzeichung des Pachtvertrages.

Die erste Unterzeichnung: Der Pressetermin auf dem Hof

Die Sonne scheint aufs Gelände des Hofes Grümer, der Brunnen am kleinen Teich im Innenhof sprudelt. Oben im ersten Obergeschoss des Hofes, in der Optima Immobilienzentrale, liegt das Vertragswerk auf dem dunklen Holztisch. Grümer unterzeichnet, Hommen, Völmeke und Vesper stehen hinter ihr und schauen genau hin. Die drei haben offenbar dazu beigetragen, dass dieser Termin stattfindet. Verwunderlich nur, dass vom Golfclub kein Offizieller am Tisch sitzt. Hommen zeigt einen Aktenordner voller Dokumente, den er mehrfach die Woche von einem zum anderen Schreibtisch getragen habe. Die Gespräche Auge in Auge mit Elisabeth Grümer seien dabei die besten und intensivsten gewesen.

"Wissen Sie", sagt Elisabeth Grümer, "mit 71 Jahren kann man mir nichts mehr." Mit dem Golfclub-Vorstand an einem Tisch gesessen habe Grümer schon seit Monaten nicht mehr. Die Verhandlungen haben andere für sie übernommen. Es scheint, als sei das dem Ergebnis zuträglich gewesen.

Es heißt, dass Hommen und Völmeke nach dem Pressetermin mit dem Vertrag zum Golfclub-Vorstand gehen wollten. Doch das geschieht offenbar nicht: Im Vorstand des Golfclubs stößt stattdessen der einseitige Pressetermin auf Verwunderung, als er davon erfährt. So dauert es noch ein paar Tage und einige interne Gespräche mehr: Etliche E-Mails und Absprachen mit der rechtlichen Vertretung des Golfclubs folgen, der Beirat wird noch in die Entscheidung einbezogen, da sie von größerer Tragweite für den Club ist.

Golfclub unterschreibt vier Tage später

Am Karfreitag, also vier Tage nach der ersten Unterzeichnung durch Grümer, kommt nach gründlicher Prüfung die Vollzugsmeldung aus dem Golfclub. Reiner Kötter, Präsident des Golfclubs, freue sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen darüber, dass es gelungen sei, den Mitgliedern auch zukünftig ein uneingeschränktes - und nicht von Baummaßnahmen beeinträchtigtes - Golfvergnügen präsentieren zu können, heißt es. "Der Vorstand dankt im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss einer Gruppe von Mitgliedern um Hubert Hommen und Stefan Völmeke, die nach Abbruch der Verhandlungen durch Frau Grümer dazu beigetragen haben, dass der Golfclub mit der Verpächterin im Gespräch bleibt", teilt der Vorstand mit.

Der Club habe für den Fall eines Scheiterns der Pachtverhandlungen Bauanträge für einen Platzumbau (18 Loch Turnierplatz plus 9 Loch Kurzplatz) bei den zuständigen Behörden gestellt und darüber hinaus die damit verbundenen Ausschreibungen in die Wege geleitet. "Dies wird durch die jetzt erzielte Einigung obsolet und Castrop-Rauxel behält seinen auch überregional vom Deutschen Golfverband geschätzten Turnierplatz, ohne dass Eingriffe in die Natur durch Umbaumaßnahmen erforderlich werden."

Eine Clubhaus-Frage bleibt noch offen

Offen bleibt zunächst, in welchem Zustand der Club das alte Clubhaus an Grümer zurückgibt. Sie hatte vor Monaten schon moniert, dass der Verein es nach dem Umzug auf die andere Straßenseite in den Neubau habe verfallen lassen. Der Verein hatte es in den Anfangsjahren aber aus einer Scheune erst zu dem gemacht, was es darstellte: einen Gastronomiebetrieb mit toller Terrasse. Bis Jahresende bleiben noch einige Monate, um hier eine Lösung zu finden.

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