Suche nach Kita-Plätzen in Castrop-Rauxel

Rund 100 Eltern müssen weiter um einen Platz zittern

CASTROP-RAUXEL - Mindestens 100 Eltern suchen für August immer noch händeringend nach einem Betreuungsplatz-Platz für ihren Nachwuchs. Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher sein.

Letztendlich ist Kai Sandra Wallbaum doch zum Rechtsanwalt gegangen: Die Mutter von Phil hatte drei Jahre lang einen Kindergartenplatz für ihren Sohn gesucht - vergeblich. Auch in diesem Jahr flatterte nach Vergabe der Plätze, Ende Februar, eine Absage ins Haus.

Im nächsten Schritt bat die Stadt Eltern ohne Platz darum, eine sogenannte Bedarfsanzeige aufzugeben, um ins Nachrückverfahren zu kommen. Damit sollte deutlich gemacht werden, wer so schnell wie möglich einen Betreuungsplatz braucht und aus welchen Gründen - wie beispielsweise der dreijährige Phil, der ab dem Sommer nicht mehr in der Großtagesstelle "Kleine Frösche" in Ickern unterkommt, weil er schlicht zu alt - und somit ein echtes Kindergartenkind - ist.

Bis zum Ende der Frist, am Montag, 15. April, waren bei der Stadtverwaltung 96 dieser Bedarfsanzeigen eingegangen. Davon 42 für Kinder unter drei Jahren und 54 für Ü3-Kinder. Diese Zahlen wurden am Donnerstagabend im Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Bildung verkündet.

Der Anwalt von Familie Wallbaum garnierte ihre Bedarfsmeldung mit einem Schreiben. Kai Sandra Wallbaum: "Die sollten schon mal wissen, dass da noch mehr kommt, wenn wir keinen Platz kriegen." Schließlich habe sie einen Rechtsanspruch auf Betreuung.

Wie viele Kinder über diese 96 hinaus für August noch ohne Betreuungs-Platz sind, aber keine Bedarfsanzeige aufgegeben haben, kann die Verwaltung derzeit nicht mit belastbaren Zahlen benennen. "Die Datengrundlagen werden analysiert, und an der Schaffung neuer Plätze wird mit Hochdruck gearbeitet", erklärt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann. Dazu gehört unter anderem die mobile Kindertagesstätte in einem Bungalow am Rathaus.

Regina Kleff, Beigeordnete für Soziales erklärte im Februar, dass man lange geglaubt habe, die Geburtenrate würde bei 500 stagnieren. 2007 bis 2015 war das auch der Fall. Dann stieg sie aber auf über 600 an. Kleff: "So schnell kann man gar nicht bauen."

Während viele Eltern also noch zittern müssen, sind die Aussichten für den jungen Phil jetzt erst mal gut. Mutter Kai Sandra Wallbaum: "Wir haben einen Anruf von einer Kita aus einem anderen Stadtteil bekommen, dort ist wegen Umzugs ein Platz frei geworden." Würde sie diesen ablehnen, hätte sie ihren Rechtsanspruch verwirkt. Wallbaum: "Es ist ein komisches Gefühl, noch nie in der Kita gewesen zu sein und diese nehmen zu müssen. Wir hatten aber wohl Glück, weil die sehr schön ist."

Anfang Mai kann sie den Vertrag unterschreiben. "Erst dann werde ich wirklich erleichtert sein", so Wallbaum, die in den vergangenen Jahren auf ihrer Suche nach einem Betreuungsplatz schon zu viele Enttäuschungen erlebt hat.

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