Tierische Weihnachten

Wenn Tiere zu Weihnachten fürstlich speisen dürfen

CASTROP-RAUXEL - Zu Weihnachten freuen Bello und Kitty sich über ein eigenes Festtagsmenü, besonderes Spielzeug und einen Adventskalender. Viele Tierfreunde denken aber nicht nur an den eigenen Vierbeiner.

Fast 80 Prozent der Hundehalter beschenken ihre Vierbeiner zu Weihnachten. Das hat eine Umfrage der Agila- Haustierversicherung unter rund 400 Hundehaltern ergeben. Diese Idee hat in den vergangenen zwei Jahren weiter an Beliebtheit gewonnen, 2015 waren es "nur" 71 Prozent.

Diesen Trend bestätigen auch Händler für Tierbedarf in Castrop-Rauxel. "Insbesondere die Adventskalender mit Leckerchen für Hunde verkaufen sich immer gut", sagt Patrick von Hagen, Leiter der Fressnapffiliale am Westring. Auch sieht von Hagen, dass Tierbesitzer allgemein mehr Geld in die Verpflegung ihrer Lieblinge investieren. "Das liegt einfach daran, dass die Menschen sich heute mehr mit der guten Ernährung für das Tier beschäftigen."

Der Fantasie des schenkenden Tierfreundes sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Ob ein Katzenkratzbaum in Sternform, weihnachtliche Kuscheltiere, das besondere Festtagsmenü aus der Dose - hier reicht man dem Hund Elch- und Lammfleisch an Haferflocken mit Preiselbeersoße - oder der erwähnte Adventskalender mit einem Leckerchen für jeden Tag der Adventszeit, für jeden Geschmack findet sich das Richtige.

Nachfrage der Kunden ist schon lange hoch

Einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr können Patrick von Hagen und Denise Drüke, Inhaberin des Rudelstolz in Obercastrop, aber nicht verzeichnen. "Die Nachfrage zur Weihnachtszeit hatten wir vergangenes Jahr genauso", sagt Drüke. In ihrem Weihnachtssortiment waren die Adventskalender ebenfalls sehr gefragt. "Alle verkauft", sagt sie dazu.

Nun kann man über Dekadenz oder Sinn und Unsinn von Weihachtsgeschenken an Hund, Katze, Maus natürlich streiten, aber in der Weihnachtszeit denken Tierfreunde nicht nur an das Wohl des eigenen Vierbeiners.

Fröhliche Weihnachten feiert auch das Tierheim

Auch die Bewohner des Tierheims in Deininghausen dürfen sich zu Weihnachten über viele Spenden freuen. Zum zweiten Mal hat die Fressnapffiliale am Westring, neben der großen Wunschbaumaktion des Unternehmens, eine Sammelaktion für das Tierheim veranstaltet.

"Wir stellen dann Tüten in verschiedenen Preiskategorien zusammen, die die Kunden kaufen, aber dann im Laden lassen", erklärt von Hagen. Alles, was so zusammengekommen ist, wird am heutigen Donnerstag dem Tierheim überreicht. "Nachdem die Aktion jetzt etwas bekannter geworden ist, läuft sie dieses Jahr noch besser."

Einige Wunschzettel aus dem Tierheim haben auch die Kunden von Rudelstolz erfüllt. "Ich werde alle Spenden Ende der Woche zum Tierheim bringen", sagt Denise Drüke.

Fragt man vor Ort nach, so freut sich der Vorsitzende des Tierschutzvereins Johannes Beisenherz über "allgemein mehr Spenden, auch in finanzieller Form und Zuwachs bei Tierpatenschaften." Einen grundsätzlichen Vermittlungsstopp zur Weihnachtszeit gibt es allerdings nicht. "Wir schauen bei potenziellen Vermittlungen aber sehr genau hin", so Beisenherz.

Pfleger schauen bei Vermittlungen in der Weihnachtszeit ganz genau hin

In Gesprächen und bei Ortsterminen mit den Interessenten bekommen die Pfleger und Helfer des Tierheims einen guten Eindruck über die neuen Herrchen oder Frauchen ihrer Schützlinge. Hunde etwa vermittelt das Tierheim ohnehin nur an Tierfreunde, die schon über einen längeren Zeitraum eine Beziehung zu dem Tier aufgebaut hätten. "Wenn die Vermittlung dann zufällig in die Adventszeit fällt, soll das jetzt kein Hindernis sein", sagt Beisenherz. Wichtig bleibe: "Tiere sollen keine Weihnachtsgeschenke sein."

Über großzügige Spenden freut sich auch die Tiertafel. "Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Tierarztpraxis Kreutzjans, Thurek und Wilhelmi und ihren Kunden, die in den letzten Wochen 55 Geschenkpakete für unsere tierischen Tafelkunden gesammelt haben", sagt Nils Bettinger, der Vorsitzende des Vereins Team für Tiere. Die Päckchen wurden am vergangenen Montag in der Ausgabestelle verschenkt.

Bleibt am Ende eigentlich nur noch die Frage, ob die Tiere sich darüber im Klaren sind, warum es jedes Jahr zur selben Zeit so viele besondere Leckerchen von Herrchen und Frauchen gibt. "Natürlich können Tiere mit dem Wort Weihnachten nichts anfangen, aber sie spüren die Aufregung der Menschen", sagt Patrick von Hagen dazu. Und eine Extrawurst wird wohl kein Hund verschmähen wollen.

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