Unfallflucht in Ickern und Habinghorst

Zwei Unfallfahrer wurden am Wochenende geschnappt

Castrop-Rauxel - Fahrerflucht ist zu einer Art Volkssport geworden. Vor allem nach kleinen Parkremplern fahren viele von dannen. Was sie unterschätzen: Fahrerflucht ist eine Straftat, auch nach einem vermeintlichen Bagatell-Unfall. Die Bestätigung gab es jetzt von der Polizei, die wieder von zwei solchen Vorfällen berichtet. Diesmal wurden beide Täter gefasst.

Allein in Nordrhein-Westfalen gab es im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW 6475 Verurteilungen wegen des "Unerlaubten Entfernens vom Unfallort", wie es juristisch korrekt heißt. Bei jedem fünften Unfall sucht einer der Fahrer mittlerweile das Weite - nach Zusammenstößen im fließenden Verkehr oder auch nach Remplern auf dem Supermarktparkplatz. Die Dunkelziffer ist hoch: Der Auto Club Europa (ACE) geht bundesweit von rund 500.000 Fällen pro Jahr aus.

Frau stand unter Alkohol

Wie die Polizei berichtet, ergriff am vergangenen Freitag eine 73-jährige Autofahrerin nach einem Unfall die Flucht: Die Frau war an dem Tag um 17.33 Uhr auf der Recklinghauser Straße gegen ein geparktes Auto gefahren, hatte dabei 1500 Euro Sachschaden angerichtet und hatte dann die Fahrt fortgesetzt, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Allerdings hatte ein 33-jähriger Castrop-Rauxeler den Unfall beobachtet und konnte die Verursacherin kurze Zeit später auch stellen.

Die Frau aber bestritt jegliche Beteiligung, sodass der Zeuge schließlich die Polizei hinzurief. Die Beamten stellten übereinstimmende Schäden am Auto der Unfallverursacherin und am beschädigten Auto fest. Sie stellten aber noch etwas fest: Die 73-jährige Frau war ganz offensichtlich alkoholisiert. So musste sie sich auch noch der Entnahme einer Blutprobe stellen.

Der nächste Fall ereignete sich einen Tag später, am Samstag. An dem Tag beschädigte ein 68-jähriger Castrop-Rauxeler mittags ein geparktes Auto an der Straße Geitling in Habinghorst. Der Unfallverursacher war mit seinem Motorrad samt Beiwagen unterwegs und geriet offenbar zu weit nach rechts.

Zeugin hatte den Vorfall beobachtet

Nach dem Zusammenstoß setzte auch er seine Fahrt fort, ohne den Unfall zu melden. Eine ebenfalls 68-jährige Zeugin hatte den Vorfall aber verfolgt und informierte die Polizei. Bei Eintreffen der Beamten war nicht nur die Zeugin, sondern auch die Ehefrau des Unfallfahrers vor Ort. Diese informierte ihren Mann, sodass die Flucht schließlich aufgeklärt werden konnte. Bei diesem Vorfall entstand ein Sachschaden von 1200 Euro.

Bei einer Fahrerflucht drohen übrigens laut Paragraf 142 Strafgesetzbuch je nach Schwere des Falls Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Nach einer Fahrerflucht können die Folgen außerdem aus drei Punkten in Flensburg, einem Fahrverbot von maximal drei Monaten sowie der Entziehung der Fahrerlaubnis bestehen.

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