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Kleingärtner und Bienenzüchter bilden beim "KliMarkt" eine gute Symbiose.

Alternativen zum energieraubenden Leben

Zweiter "KliMarkt" auf dem Castroper Marktplatz sorgt für "Aha-Momente"

Bewusst einkaufen, nachhaltig konsumieren: Der EUV hat den zweiten "KliMarkt" veranstaltet. Dabei konnten Besucher DIESE wichtigen Erkenntnisse zum Klimaschutz sammeln.

Handelte es sich beim "KliMarkt" auf dem Altstadtmarkt in Castrop-Rauxel um ein nettes Event mit Unterhaltungsfaktor? Oder konnte der Markt bei den Besuchern ein "Aha-Erlebnis" auslösen? Die Ruhrnachrichten haben sich auf dem "KliMarkt" umgesehen und die fünf Dinge aufgezeichnet, die man mitnehmen konnte:

Erkenntnis 1: Es geht um Lebensraum

Bezirksverband der Kleingärtner Castrop-Rauxel/Waltrop:

„Wir wollen, dass die Menschen verstehen, warum ein naturbelassener Boden aus Erde so wichtig für die Umwelt ist“, so Stephan Bevc von den Kleingärtnern. Ein Feld mit schwarzer Plastikfolie und Schotterkies trug die Infotafel: „Kein Sauerstoff, kein Lebensraum für Insekten, Klima erwärmend.“ Feld zwei – ein Teppich aus Kunstrasen: „Keine Nahrung für Wildbienen und Co“. Feld drei – Rindenmulch: „Senkt den PH-Wert (saurer Boden), bei Zersetzung werden dem Boden Nährstoffe entzogen, Lebensraum für Schadpilze“. Feld vier: Blumen und Kräuter auf Mutterboden: „Positiv für das Stadtklima, Anbaufläche für Bio-Obst und -Gemüse, Lebensraum für Lebewesen, Sauerstoff gesundheitsfördernd.“

Erkenntnis: Derart plastisch geschildert, zeigten viele Besucher Interesse und Verständnis.

Erkenntnis 2: Mobilität auch ohne Elektronik

ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club:

Martin Kühl-Lukas (Vorsitzender) und Lothar Widlitzki hielten für Fahrradfahrer wertvolle Tipps bereit. Der Fahrrad-Check oder ein Katalog mit Rechtsfragen rund um das Fahrradfahren waren interessant. Richtig informativ war aber eine Radkarte Radrevier.Ruhr. Besucher erfuhren, dass das Fahrradwegenetz im Ruhrgebiet mit Knotenpunkten verbunden ist. Wer zu Hause eine Fahrradtour plant, braucht sich nur die Nummern der Knotenpunkte aufzuschreiben. An einem Punkt angekommen, leiten Schilder den Radfahrer zum nächsten Punkt.

Erkenntnis: Navi und Radkarte können also getrost zu Hause gelassen werden.

Erkenntnis 3: Energieberatung ist nicht teuer

Verbraucherzentrale:

Energieberaterin Anke Hormel brachte Klarheit in Sachen Energieberatung. Wer eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach plant, wurde gut beraten. „Wir beraten Kunden vor Ort. Geschätzt wird unsere Neutralität. Wir verkaufen nichts – außer unseren guten Rat“, so Hormel.

Erkenntnis: Eine Energieberatung bei mir zu Hause kostet derzeit statt 60 nur 30 Euro. Ein schriftliches Protokoll gibt es inklusive.

Erkenntnis 4: Wir können der Natur helfen

Interessengemeinschaft "Rettet die Eiche":

Die Interessengemeinschaft zum Erhalt der alten Eiche an der Heerstraße verteilte Eichensetzlinge in Töpfen. „Wer es schafft, den Setzling zu Hause zu einem lebensfähigen Baum heranzuzüchten, kann ihn beim Grünflächenamt abgeben. Von dort aus wird er an einem passenden Ort eingepflanzt“, erklärte Ursula Mintrop.

Erkenntnis: Man kann mit wenig Aufwand etwas Handfestes für die heimische Natur tun.

Erkenntnis 5: Vorurteile abbauen

"Fridays for future":

Celine Wassenberg und Lene Leidig räumten mit dem wenig freundlichen Vorurteil auf: „Die wollen ja freitags nur die Schule schwänzen!“ „Wenn das unser Ziel wäre, dann würden wir direkt nach Hause gehen und nicht noch an Ferientagen am Sommerkongress in Dortmund teilnehmen. Uns ist es wirklich ernst“, konnten die beiden Schülerinnen des EBG glaubhaft versichern. „Wir wurden sogar von einer älteren Dame gelobt, die zugegeben hat, dass ihre Generation eine Menge in Sachen Umwelt verbockt hat.“

Erkenntnis: Im Gespräch mit Aktiven kann man Vorurteile ganz einfach abbauen.

Nächster "KliMarkt" kommt

Und was sagt der veranstaltende Stadtbetrieb EUV zum "KliMarkt"? Organisationschef und EUV-Vorstand Michael Werner war es besonders wichtig, dass Alternativen zum energieraubenden Leben aufgezeigt wurden. Für die E-Mobilität waren eigens Autos ausgestellt. Die neuen Technologien wurden von Maximilian Gogolla anschaulich erklärt. Ebenso wichtig war Werner das Repair Café, die vegane Küche oder der Theaterpädagoge Patrick Stinknich mit einem Mülltrennungsprojekt. Werner: „Im nächsten Jahr soll es auf jeden Fall eine Neuauflage des KliMarktes geben.“

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