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Viele Menschen kamen zur Typisierungsaktion für die kleine Alija, die schwer erkrankt ist. Auch Guido Baumann ließ sich am Samstag typisieren.

Typisierungsaktion für Dreijährige

159 Castrop-Rauxeler wollen todkranker Alija helfen

DEININGHAUSEN - Um einen passenden Knochenmarkspender für Alija und andere Erkrankte zu finden, hat die Flüchtlingshilfe Castrop-Rauxel zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) am Samstag eine Typisierungsaktion veranstaltet. Mehr als 70 Helfer und 159 Spender waren da – ein großer Erfolg für die Ausrichter.

Alija, die vor eineinhalb Jahren mit ihrer Familie aus Syrien nach Castrop-Rauxel kam, leidet an Hämophagozytischer Lymphohistiozytose, kurz HLH. Es ist eine tödliche Krankheit, die dafür sorgt, dass das Mädchen einen Großteil seines Lebens auf der Intensivstation verbringt. Die einzige Chance auf eine sorgenfreie Zukunft für das Mädchen ist eine Knochenmarkspende. Zwar ist ihre Mutter als Spenderin geeignet - perfekt passen deren Merkmale jedoch nicht, daher wird weiter nach einem Spender gesucht.

Der erste Weg führte bei der Typisierungsaktion am Samstag in der Begegnungstätte der Flüchtlingshilfe in Deininghausen zur Registrierung: Anke Wojatasik war eine Helferin von vielen, die die Spender in Empfang nahm und das weitere Vorgehen erklärte. Omar Maarouf unterstützte sie dabei und übersetzte bei Interessierten aus dem arabischen Raum. Sie selbst hatte sich auch schon typisieren lassen. „Ich möchte so viele Leute wie möglich mobilisieren“, sagte Wojatasik. „Auch um die Datenbanken der DKMS aufzustocken.“

Nach der Registrierung ging es weiter in den zweiten Raum zur Blutentnahme. Viele freiwillige und motivierte Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger sowie helfende Hände vom DRK warteten dort darauf, den Freiwilligen Blut abzunehmen.

Castrop-Rauxeler zeigen Solidarität

„Es sind nur fünf Milliliter Blut, die einem entnommen werden. Das ist fast nichts“, sagte Marten Kählke. Seine Mutter habe ihn auf die Aktion aufmerksam gemacht. „Das Bestmögliche, was man tun kann, ist spenden“, sagte der 17-Jährige.

Auch Guido Baumann ließ sich typisieren. Mit „einfachen Dingen“ wie einer kurzen Blutabnahme wolle er der dreijährigen todkranken Alija helfen. „Castrop-Rauxeler sind herzensgute Pottler, die zusammenstehen, wenn es drauf ankommt“, sagte Baumann und lobte die vielen Freiwilligen.

Zur Belohnung gab es im dritten Raum Speisen und Getränke. Mehr als 400 belegte Brötchen wurden von der Bäckerei Auffenberg gesponsort. Viele Menschen wollten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen der Solidarität setzen. Und das kam auch bei der Familie an: Der schüchtern wirkende Vater von Alija, der ebenfalls vor Ort war, zeigte seine Dankbarkeit und war froh über so viel Mithilfe.

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