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Auf 130 Hektar Fläche befinden sich drei Kurse mit je neun Bahnen - und natürlich auch der ein oder andere Ball.

Verhandlungen über Pachtvertrag

Deshalb könnte der Frohlinder Golfplatz schrumpfen

FROHLINDE - Drei mal Neun Löcher: Der Golfplatz in Frohlinde ist einer von wenigen Golfplätzen mit 27 Löchern. Das könnte sich 2018 aber ändern, weil ein Pachtvertrag ausläuft. Der Golfclub steht vor schweren Gesprächen mit der Eigentümerin. Wie stehen die Chancen, dass der Vertrag verlängert wird?

Offenbar härtere Verhandlungen hat der Golfclub Castrop-Rauxel noch vor sich: Auf dem Gelände östlich der Dortmunder Straße, also dem zwischen Frohlinde und Bodelschwingh/Westerfilde, muss bis Ende 2018 ein wesentlicher Pachtvertrag neu aufgelegt werden. Sonst könnte der Golfsport dort schwierig werden oder zumindest vor einschneidenden Veränderungen stehen.

Dreimal neun: Das ist die Losung auf dem Platz des seit fast 30 Jahren bestehenden Golfclubs – und es ist ein Alleinstellungsmerkmal in einem Umkreis von Dutzenden Kilometern: 27 Löcher hat die Anlage seit ihrem Ausbau in den Jahren 2004 bis 2006. Das bedeutet: Wenn auf dem 18-Loch-Kurs, dem normalen Umlauf, Turniere stattfinden, sind immer noch neun Löcher für andere Sportler zu bespielen.

Verlängerung könnte schwieriger werden

Wenn allerdings ein nächstes Jahr auslaufender Pachtvertrag mit Elisabeth Grümer nicht verlängert werden sollte, dann steht dieses Alleinstellungsmerkmal auf der Kippe. Und auch wenn es nicht jeder wahrhaben will: Es sieht aus, als könnte eine Verlängerung zumindest schwieriger werden.

Konkret geht es um einen Bereich auf dem alten Teil des Golfplatzes (nord-)östlich der Dortmunder Straße: Dort läuft im kommenden Jahr nach 30 Jahren ein Pachtvertrag mit Grundstücksbesitzerin Grümer aus. Sie ist eine von heute neun Eigentümern, auf deren Land der Golfclub seinen Golfplatz betreibt. Während die Pachtverträge mit den anderen Verpächtern bis 2033 Gültigkeit besitzen, weil sie in der Ausbauzeit allesamt verlängert wurden, gibt es zwischen der 70-jährigen Frohlinderin und dem Golfclub noch keinen Abschluss.

Laut eigenen Aussagen verfügt Grümer über einen Grundstücksanteil von etwa einem Drittel, vielleicht einem Viertel der Ursprungs-Anlage. „Wir sind in Verhandlungen“, sagte Präsident Reiner Kötter jüngst im Gespräch mit unserer Redaktion, und: „Wir sind guter Dinge, dass wir diese auch zu Ende bringen.“

Doch es gab Streit, und der hat viele Ursachen, die zum Teil weit zurückliegen. Erst auf Grümers Ansinnen, einst eine eher verrückte Idee, entstand der Golfplatz in den 80er-Jahren. Um 2003 herum, als der Vorstand des Clubs mit allen Verpächtern verhandelte, gab es auch schon intensive Gespräche mit Elisabeth Grümer. Aber man wurde sich damals schon nicht einig. Dann lagen die Gespräche lange auf Eis. Jetzt entsteht Druck, weil 2018 naht. Für sie selbst, sagt Elisabeth Grümer, hätten diese Gespräche aber gerade keine Priorität: Sie kümmert sich aktuell lieber um ihr Hospiz in Westrich und die Neubaupläne eines Kinderhospizes.

Grümer schickt ihren Rechtsanwalt in die Verhandlungen

Reiner Kötter macht die Arme weit auf: „Wir ziehen den Hut davor, was Frau Grümer für den Club getan hat. Das Engagement, das sie auf ihr Hospiz und möglicherweise auch noch auf ein Kinderhospiz ausweitet, ist herausragend. Damals, als es um die Gründung des Golfplatzes ging, da hat sie die Vision in die Stadt getragen.“ Nach Auffassung von Kötter könne ein Vertragsabschluss „für beide nur ein Win-Win sein“ – ansonsten aber müsse man über die Verhandlungen öffentlich nicht weiter reden.

Nur eines noch: „Wir wollen, dass auch Frau Grümer mit der Verlängerung zufrieden ist.“ Wann das nächste Gespräch stattfindet, ist offen. Grümer selbst sagt, sie will nicht mit am Tisch sitzen. Für sie verhandeln Rechtsanwalt Dr. Matthias Delvo und Golfplatz-Betreiber und Berater Arnt Vesper aus Wuppertal.

Über "Stock und Stein"

Nächste Woche vor genau 30 Jahren wurde das erste Turnier auf dem noch lange nicht fertigen Golfplatz gespielt. Am 12. September 1987 wurden sechs Bahnen für den Wettbewerb provisorisch hergerichtet. Laut Vereinschronik ging es „über Stock und Stein“ und unter dem Motto „Zwischen Tümpel und Scheune“ um die Wurst. Golf-Erfahrung hatte damals so gut wie keiner der Beteiligten.

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